Segelfreizeit 2026
Losfahren als Gruppe - Ankommen als Team
Seit inzwischen 21 Jahren stechen Schülerinnen und Schüler der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte regelmäßig in See. In diesem Jahr fand die Segelfreizeit bereits zum 11. Mal statt. Einen großen Teil der Kosten wird davon vom VBBSK getragen, für einige Jugendliche übernimmt der Förderverein auch den kompletten Eigenanteil.
Zum ersten Mal wurde dabei das bisherige Konzept geöffnet: Jugendliche aus dem Internat, externe Schülerinnen und Schüler sowie drei Schüler aus der Abteilung Beratung und Unterstützung (B&U) gingen gemeinsam an Bord der Utopia, um das IJsselmeer zu erkunden. Schülerinnen und Schüler aus dem Bereich B&U werden inklusiv an wohnortnahen Schulen in ganz Rheinland-Pfalz beschult und bedarfsgerecht von Förderschullehrkräften aus dem Bereich "Sehen" unterstützt.
Die Öffnung des bisherigen Konzepts erwies sich als genau die richtige Entscheidung. Für die drei Jugendlichen aus der Abteilung B&U bedeutete die Segelfreizeit, sich auf neue Menschen und eine zunächst unbekannte Gruppe einzulassen. Umso schöner war es zu erleben, wie schnell aus den vielen unterschiedlichen Teilnehmern eine Mannschaft wurde.

Bild: Gruppenbild auf dem Deck der Utopia
Unsere Reise beginnt in Kampen und führt uns über Enkhuizen, Harlingen und Medemblik bis nach Lelystad. Insgesamt legen wir 142 Seemeilen zurück – das entspricht etwa 263 Kilometern. Doch die 263 Kilometer erzählen nur einen kleinen Teil unserer Geschichte.
Zuerst erkunden wir das Schiff, staunen über das riesige Steuerrad, und die kleinen Kajüten. Viel Zeit haben wir nicht, dann legen wir schon ab und unser Skipper Simon fährt das große Schiff sicher aus dem Hafen.

Bild: Theresa in ihrer Koje
Schon nach wenigen Stunden an Bord wird deutlich, dass Segeln weit mehr bedeutet, als nur auf einem Schiff mitzufahren. Auf der Utopia übernehmen wir selbst das Steuer, setzen gemeinsam die Segel und erleben, was es bedeutet, Verantwortung zu tragen.
An Bord findet dabei jeder seinen Platz und seine Aufgabe. Damit die großen Segel gesetzt werden können, müssen viele Hände zusammenarbeiten. Gemeinsam ziehen wir an den Tauen, feuern uns gegenseitig an und zählen laut im Takt: „Eins, zwei – eins, zwei!“. Nur wenn alle im gleichen Moment ziehen, gelingt es, die Segel zu bewegen. Das Zählen hilft uns dabei, den gemeinsamen Rhythmus zu finden.
Während einige mit ganzer Kraft an den Tauen arbeiten, falten andere das Segeltuch, rollen Taue auf oder verstauen die Ausrüstung. Eine besondere Aufgabe ist das Kurbeln. Mit einer großen Kurbel wird das Großsegel hochgezogen – eine Arbeit, die viel Kraft erfordert und gleichzeitig großen Spaß macht.
Schritt für Schritt lernen wir, verschiedene Aufgaben zu übernehmen und erleben, dass ein Segelschiff nur dann in Fahrt kommt, wenn alle zusammenhelfen.
Besonders eindrucksvoll sind die Momente, in denen der Motor verstummt und nur noch die Kraft des Windes das Schiff antreibt. Plötzlich hört man nur noch das Rauschen des Wassers, das Knarren des Holzes und das Schlagen der Wellen gegen den Bug. Friedrich ist fasziniert davon, wie schnell der Wind das große Schiff vorantreibt.

Bild: Jasmin packt kräftig mit an, denn an Bord wird jede Hand gebraucht

Bild: Frau Kartal und Sayuri ziehen gemeinsam an einem Strang

Bild: Samira zeigt vollen Einsatz

Bild: Mit Leon, dem Matrosen, macht es gleich noch mehr Spaß

Bild: Leon und Dominik arbeiten Hand in Hand

Bild: Friedrich faltet den Segelschutz sorgältig zusammen

Bild: Vor dem Segeln gibt es viel zu tun

Bild: Tarol beginnt damit, das Segel hochzukurbeln

Bild: Sahan kurbelt, die anderen feuern ihn lautstark an

Bild: Jeremy zeigt vollen Einsatz an der Kurbel

Bild: Leon ist immer mit Feuereifer dabei

Bild: Adam bringt mit seinem Einsatz das Segel ein Stückchen weiter nach oben

Bild: Wenn alles getan ist, kann man das Segeln mit allen Sinnen genießen. Hier: Nicholas